Kind mit bunten Händen

Synthetische Farbstoffe sind industriell künstlich hergestellte Farbstoffe. Der größte Teil dessen ist von der Industrie neu entwickelt worden. Aber auch verschiedene natürliche Farbstoffe werden nun aus Kostengründen industriell hergestellt. Bei chemischer Betrachtung lassen sich synthetische Farbstoffe in grundsätzlich 3 Gruppen unterteilen: Azofarbstoffe, die Triphenylmethanfarbstoffe und die Anthrachinonfarbstoffe.

  1. Azofarbstoffe:

Azofarbstoffe sind zahlenmäßig die größte Farbstoffklasse der synthetischen Farbstoffe. Sie sind charakterisierbar durch die allgemeine Formel R1-N=N-R2. Für Azofarbstoffe ist eine Azogruppe besonders typisch. Diese ist -N=N- und hat farbgebende chromophore Stickstoffdoppelbindungen.

Als Ausgangsstoffe werden Amine und im einfachsten Fall Anilin genutzt. Die Vielfalt der Azofarbstoffe wird begründet durch die einfach Substitution der Wasserstoffatome an Benzolringen, die dann die Azobindung auxochrom beeinflussen und eine exakte Einstellung der Farbnuancen erlauben.

Die Vertreter diese Farbstoffe sind oft lichtecht, farbstabil und können besonders kräftige Farben haben.

Die Southhampton-Studie bewies hier einen deutlichen Zusammenhang zwischen Azofarbstoffe und eintretender Hyperaktivität bei Kindern.

  1. Triphenylmethanfarbstoffe:

Die zweite Gruppe bilden die Triphenylmethanfarbstoffe. Sie haben einen Triphenylmethan-Grundkörper und deren Phenylringe tragen in para- oder ortho-Stellung mind. Einen aktivierten Substituenten wie beispielsweise die Aminio-Gruppen. Ein bekanntes Beispiel wäre hier: Kritsallviolett oder Phenolphthalein.

Phenolphthalein in der farblosen Leukoform wird durch Deprotonierung tiefrosa gefärbt. Sie werden sehr gern in Lebensmittelfarbe und in der Kosmetik eingesetzt.

  1. Anthrachinonfarbstoffe:

Es lässt sich mithilfe Hydroxy- und Amino-Gruppen als Substituenten fast jede beliebige Farbe erzeugen. Es gibt zwei Möglichkeiten zur Synthese von Anthrachinon. Als erstes die Oxidation oder zweitens die elektrophile Substitution mithilfe eines Katalysators.

Als besonders wasch- und lichtfester Anthrachinonfarbstoff bekennt sich das Indanthrenblau. Hieraus abzuleiten ist auch der Name Idanthren, welcher heute als Warenzeichen besonders hochwertiger Farbstoffe verwendet wird.